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Rezension: Allein gegen den Frost von Pegasus Spiele

Kämpfe dich durch die wilde Natur Kanadas – allein, also ganz ohne Spielleitung und ohne Mitspieler*innen. Denn genau das tust du in dem neuen Soloabenteuer Allein gegen den Frost von Pegasus Spiele. Ich erkläre dir, wie das eigentlich funktioniert und verrate dir, welche Erfahrungen ich beim Lesen und Spielen gesammelt habe. Vorab aber einige kurze Fakten zum Buch:

Titel: Allein gegen den Frost | Verlag: Pegasus Spiele | System: Call of Cthulhu | Format: 108 Seiten, 655 Abschnitte, Klappenbroschur
Altersempfehlung: ab 14 Jahren | für 1 Spieler*in | Preis: 9,95 EUR

Inhalt: Was ist Allein gegen den Frost & worum geht es?

Allein gegen den Frost ist ein Soloabenteuer welches zum Horror-Rollenspielsystem Cthulhu gehört. Wie bereits erwähnt, wird dieses Abenteuer allein gespielt, also ohne Spielleitung und ohne Mitspielende. Zum Spielen wird das Cthulhu Grundregelwerk oder das Regelwerk für Spieler*innen, der ausgedruckte Charakterbogen des eigenen Charakters sowie, wenn gewünscht, die Charakterbögen der NPCs, ein Bleistift, ein Radiergummi und Rollenspielwürfel benötigt. Wenn du all diese Dinge beisammen und die Charaktererstellung abgeschlossen hast, beginnst du damit, den Einstieg zu lesen. Am Ende des Einstiegs sowie auch am Ende eines jeden weiteren Absatzes findest du eine kurze Anweisung, die dir erklärt, wie es weitergeht. So nimmt dich das Buch an die Hand und führt dich durch das spannende Soloabenteuer!

Thematisch ist Allein gegen den Frost ist an die Literatur von H. P. Lovecraft angelehnt. Es handelt sich also um ein Soloabenteuer aus dem Horror-Genre. Du als Spieler*in schlüpfst hierbei in die Rolle von Dr. L. C. Nadelmann, einem/einer renommierten Professor*in für Anthropologie an der Miskatonic-Universität in Arkham, Massachusetts. Gemeinsam mit drei Student*innen und der einheimischen Fremdenführerin begibst du dich auf eine Expedition in das sagenumwobene Tal des Nordhanninah. Das Ziel: Eine anthropologische Entdeckung machen, um berühmt zu werden und die eigene Karriere voranzubringen. Während des Spielens erwarten dich als Spieler*in so einige Gefahren natürlicher und übernatürlicher Herkunft. Um in der Wildnis Kanadas zu bestehen, benötigst du daher gleichermaßen Geschick und Glück sowie stets einen kühlen Kopf.

Gesamteindruck: Inhalt, Layout, Illustrationen & Co.

Wie sieht Allein gegen den Frost aus und wie liest es sich? Das erzähle ich dir gerne! Vorweg sei jedoch gesagt, dass das Abenteuer eine überarbeitete Version des im Jahr 1985 erschienen Soloabenteuers Alone Against the Wendigo von Glen Rahman ist. Zu der damaligen Zeit waren Autor*innen und Verlage noch nicht bezüglich der Problematik der Aneignung kultureller indigener Mythologien sensibilisiert. Bei dieser Neuauflage wurde entschieden, den Titel und auch die Kreatur im Zentrum des Abenteuers zu ändern, um die Zweckentfremdung dieser Kultur zu vermeiden. Weiter Informationen hierzu sind im Vorwort des Abenteuers zu finden.

Inhalt

Das Soloabenteuer beginnt mit einer kurzen Einleitung, welche die Spielvorbereitungen erklärt, die Expeditionsteilnehmer*innen vorstellt und kurz auf einige Mechaniken eingeht. Anschließend beginnt das Abenteuer mit einem kurzen Einstieg in die Geschichte, bevor du als Spieler*in mit dem ersten Abschnitt beginnst. Insgesamt ist das Abenteuer in 655 gut portionierte Abschnitte eingeteilt, welche am Ende immer eine Entscheidung oder eine abzulegende Würfelprobe beinhalten, durch die bestimmt wird, bei welchem Abschnitt du weiterlesen darfst.

Layout

Es handelt sich um ein Softcover-Buch im A4-Format, der Seiteninhalt ist auf zwei Spalten aufgeteilt. Die Absätze sind durch groß gedruckte Nummern und Abstände voneinander getrennt, sodass sie sehr gut als einzelne Abschnitte erkennbar sind. Auch die Größe der Schrift ist voll und ganz in Ordnung, sodass das Lesegefühl insgesamt sehr angenehm ist.

Illustration

Auf vielen der Seiten befinden sich Illustrationen, welche den Inhalt einzelner Abschnitte gut darstellen. Bei einigen der Illustrationen handelt es sich um Bleistiftzeichnungen einzelner Figuren oder Kreaturen, andere sind Fotos oder digital gezeichnete Bilder einzelner Szenen oder Ort. Die Zeichnungen und Bilder unterstützen die Erzählung sehr gut und verbildlichen einige eher abstrakte Absätze sehr gut, jedoch fällt der unterschiedliche Stil der verschiedenen Illustrationen stark auf. Dieses könnte von einigen Leser*innen als störend empfunden werden.

Eigene Erfahrung & Spielerlebnis

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, mich mit Allein gegen den Frost selbst auf eine spannende Exkursion in das sagenumwobene Tal des Nordhanninah in Kanada zu begeben und mich den Gefahren und Mysterien dort zu stellen. Aber beginnen wir einmal ganz am Anfang…

Der Einstieg in das Abenteuer fiel mir sehr leicht. Das Buch erklärt – wie bereits erwähnt – auf den ersten Seiten wie gespielt wird, wie die Charaktererstellung funktioniert und auch die wichtigsten Mechaniken. Da ich bereits einige Runden Cthulhu gespielt habe, benötigte ich an dieser Stelle keine weiteren Informationen. Wer weniger Erfahrung mit dem System hat, kann natürlich einfach mehr über die Regeln und die Charaktererstellung im Grundregelwerk oder dem Regelwerk für Spieler*innen nachlesen. Die Charakterblätter für Dr. L. C. Nadelmann und die NPCs sind hinten im Buch zu finden oder können auf der Pegasus-Website heruntergeladen werden. Bei der Charaktererstellung kannst du als Spieler*in selbst entscheiden, ob dein Dr. L. C. Nadelmann männlich oder weiblich ist, was ich wirklich klasse finde.

Die Einleitung der Geschichte erklärt den Hintergrund und gibt einen guten Start ins Abenteuer, sodass ich mich als Spieler*in direkt abgeholt fühlte. Kurz nach dem Start wurde es direkt spannend, denn es wartete bereits das erste Mysterium auf mich. Nachdem ich dieses in der Rolle von Dr. L. C. Nadelmann überwunden hatte, lauerte auch schon die nächste Gefahr und so ging es in einem recht hohen Tempo weiter. Einige der Handlungsstränge bauen aufeinander auf, andere stehen eher allein, so wird es definitiv nicht langweilig. Wie vielen Gefahren du dich als Spieler*in genau stellen musst, hängt davon ab, wie lange du und deine Begleiter*innen überleben. Außerdem gibt es an einigen Stellen die Option, die Expedition selbstständig zu beenden. Im Laufe des Abenteuers bin ich immer mal wieder an denselben Abschnitt zurückgeführt worden, um das Abenteuer von dort aus fortzusetzen. Leider habe ich mich an diesen Stellen das ein oder andere Mal verrannt, was mir nicht so gut gefallen hat. Schlussendlich ist es mir jedoch gelungen, die Expedition (mehr oder weniger) erfolgreich abzuschließen.

Für wen ist es geeignet, für wen nicht?

Besonders geeignet ist Allein gegen den Frost natürlich für alle Fans von Cthulhu und den Kurzgeschichten von H. P. Lovecraft, sowie für Horror-Liebhaber im Allgemeinen. Wobei hier zu erwähnen ist, dass die Handlung des Abenteuers im Vergleich zu anderen Genrevertretern doch eher mild ist. Dadurch ist das Buch gleichzeitig natürlich auch ideal für Horror-Einsteiger*innen. Wer sich jedoch eher ungern gruseln lässt, sollte jedoch trotzdem lieber einen Bogen um Allein gegen den Frost machen. Da das Buch direkt zum Einstieg alle wichtigen Regeln und die Charaktererstellung kurz erklärt, sollten auch Pen-&-Paper-Einsteiger*innen gut mit dem Abenteuer zurechtkommen. Zu guter Letzt ist es natürlich auch wichtig, dass du Lust hast ein Soloabenteuer zu spielen, da sich dieses ja doch stark von einer normalen Tisch- oder Online-Runde unterscheidet.

Fazit

Allein gegen den Frost eignet sich super für verregnete Herbsttage oder gemütliche Abende auf der Couch. Durch die kurzen Abschnitte lässt es sich wirklich gut lesen und recht schnell durchspielen. Neben einem angenehmen und spannendem Spielerlebnis sowie dem Spielspaß können einige der Handlungsstränge auch sicherlich inspirierend für das Schreiben eigener Abenteuer sein, was ein toller Nebeneffekt sein kann. Was mir persönlich leider nicht so gut gefallen hat, ist die hohe Frequenz der Gefahren, die es zu bewältigen gab. So hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, dass die Rahmenhandlung rund um die Figuren etwas auf der Strecke blieb. Insgesamt hat es mir jedoch Spaß gemacht, das Soloabenteuer Allein gegen den Frost zu spielen und ich kann es als nette Abwechslung rund um das beste Hobby der Welt auf jeden Fall empfehlen.

Du möchtest selbst in die Rolle von Dr. L.C. Nadelmann schlüpfen und eine Expedition in die Wildnis Kanadas unternehmen? Du kannst das Soloabenteuer Allein gegen den Frost ganz einfach im Pegasus Shop bestellen oder es im Rollenspielladen deines Vertrauens kaufen.

Hast du Allein gegen den Frost auch schon gespielt? Wie hat es dir gefallen? Schreib es in die Kommentare, ich freue mich auf deine Erfahrungen mit dem Soloabenteuer.

Vielen Dank an Pegasus Spiele für das Rezensionsexemplar des Solo-Abenteuers Allein gegen den Frost.

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Red | Theresia#1011

Theresia

Hallo, ich bin Red | Theresia, Mitgründerin und Marketing Managerin des Projekts. Entdeckt habe ich Pen & Paper im Jahr 2018 und bin seitdem absolut verliebt in das Hobby!

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